Die Gründung des Vereines

1888 steht auf der Gründungsfahne des Vereins. Nach mündlicher Überlieferung muss es der Frühsommer 1888 gewesen sein, an dem der Burschenverein 3 "Rosen" Pirkensee ins Leben gerufen wurde: Unser Sinnspruch lautet: Brüderlich zusammenstehen, dann können wir nicht untergehen. Eine Zeitepoche also, in der in Deutschland ein sozialer Umschwung zu verzeichnen ist, in der Gewerkschaften aktiv wurden, Sozial- und Krankenversicherungen eingeführt wurden, eine Zeit, in der sich Jugendliche aller politischen, religiösen und weltanschaulichen Schattierungen zusammentaten um Vereine und Verbände zu gründen.

 

 

 

All diese Vorgänge mögen wohl der Anlass dafür gewesen sein, dass sich auch die Jugend dem Dorf solidarisch zusammenschloss um gemeinsam im Verein die Geselligkeit und die alten Sitten und Gebräuche zu pflegen.

Wohl auf Grund der Tatsache, dass verschiedene Vereine und Organisationn auf Veranlassung überörtlicher Gremien zu Gründung kamen, sah man sich veranlasst "freie" Burschenvereine zu gründen, d.h. frei von jeglichen Einfluss von oben und entstanden aus eigener, freier Entscheidung.

Mit diesen guten Vorsätzen begann man das Vereinsleben. Die finanziellen Mittel waren äußerst knapp und man hatte nur das, was Tanzveranstaltungen und dergleichen einbrachten. So konnte man sich auch keine eigene Vereinsfahne leisten.

Erst als sich die Gelegenheit bot, eine gebrauchte Feuerwehrfahne zu erwerben, ließ man diese umsticken und kam somit zu der lag ersehnten eigenen Burschenvereinsfahne.

Dem mutigen Handeln des damaligen Ehrenvorstandes Willi Weiß ist es zu verdanken, dass diese alte Fahne dem Verein bis heute erhalten geblieben ist. Während des 2. Weltkrieges wurde auch der Burschenverein von den damaligen Machthabern verboten und das Vereinseigentum eingezogen. Ehrenvorstand Wille Weiß lieferte zwar die neue Fahne ab, die 1928 angeschafft worden war, die alte Fahne aber nagelte er in den Fußboden seinen Hauses in der Richterskellerstraße ein und konnte sie so für den Verein retten. In den Wirren des 2. Weltkrieges gingen leider auch alle schriftlichen Unterlagen verloren, da diese von den damaligen Machthabern eingezogen worden waren und nach dem Krieg nicht mehr auffindbahr waren.

 

Kaum war der Kanonendonner des 2. Weltkrieges vorbei, so setzten sich aus dem Krieg heimkehrende und jüngere Burschen zusammen und gründeten am 10. Februar 1946 erneut den Burschenverein "3 Rosen".

Als 1. Vorstand fungierte damals Johann Braun, wie aus unten gezeigten Protokoll zu ersehen ist, das dem Verein bis heute im Original erhalten blieb. Aus diesem Protokoll ist auch ersichtlich, wer als Gründer an dieser ersten Versammlung nach dem Krieg teilgenommen hat.

Das waren:

Johann Braun, Josef Schindler, Johann Berger, Xaver Eichhammer, Josef Schleinkofer, Heinrich Braun, Ludwig Rappl, Martin Wolf, Rupert Feuerer, Michael Rödl, Norbert Mummert, Josef Wolf, Edmund Seeholzer, Erwin Spitzer, Michael Baldauf und Oswald Wehner.

Bei der Versammlung zur Wiedergründung des Vereines wurde auch festgelegt, als Vereinslokal das Gasthaus Held beizubehalten, wie es schon seit der Gründung 1888 der Fall war.

Der Burschenverein ist seinem Vereinswirt mit kleinen Unterbrechungen bis heute treu geblieben. In den ersten Jahren nach der Währungreform erlebte der Burschenverein einen straken Aufschwung. Wesentlich dazu beigetragen hat wol der Bau des neuen Heldsaals im Jahr 1950, wo man sich frei und ungestört zu den Veranstaltungen treffen konnte. Nach den vielen Entbehrungen des Krieges war natürlich ein strakes Verlangen nach Tanzveranstaltungen und dergleichen, so dass kaum ein Monat verging, an dem nicht eine Tanzveranstaltung des Burschenvereins eingeplant war.

 

Unser Verein wandelte sich im Laufe der Zeit und so können behaupten, dass sich unser Burschenverein sehr zum Positiven entwickelt hat. Veranstaltungen wie Bälle und Tänze, das Burschentheater, das Parkfest sind weiterhin fester Bestandteil im unserem Vereins leben und tragen zur Aufwertung des gesellschaftlichen Lebens in unserer Umgebung bei.